Unsere Fische

Enneacampus ansorgii

Boulenger 1910


Vorkommen: Westafrika, von Kamerun bis Gabun und im Zaire- und Ogowe-River. Sie kommen sowohl im Süß- als auch Brackwasser vor

Biotop: langsam fließende, küstennahen Gewässer
Die Wasserwerte sollten bei ph:6,6-7,5 ,KH:5-10, GH:10-18. Die Temperatur kann zwischen 24 und 28°C liegen. Die Tiere reagieren sehr empfindlich auf Schadstoffanstiege im Wasser. Schon leichter Nitrat- bzw. Phosphatanstieg führt bei ihnen zu Unwohlsein, leicht zu erkennen daran, daß sie noch bewegungsloser im Becken liegen und die Farbe verlieren. Deshalb ist ein regelmässiger und häufiger Wasserwechsel Pflicht!

Größe: M: 15 cm, W: 15 cm

Aussehen: Die Ordnung der Seenadeln und Seepferchen unterscheidet sich von anderen Ordnungen der Fische durch Knochenplatten und Knochenringe, die den Körper verstärken. Die länglichen Körper ähnlich der einer Schlange. Die Fische sind dadurch unfexibel und die Bewegungsabläufe relativ steif. Der Antrieb ist auf schnelle Flossenbewegungen beschränkt. Während die Brustflossen zur vertikalen Fortbewegung genutzt werden, dienen die Rückenflossen haupsächlich der horizontalen Bewegung. Es gibt keine Bauchflossen und die Afterflosse ist sehr klein. Die Schwanzflosse ist klein und fächerförmig. Ober - und Unterkiefer sind zu einer Röhre verschmolzen und das Maul ist sehr klein. Die Körperfarbe ist meistens dunkelbraun, die Bauchregion ist blutrot. Die Flanken zeigen in der Balz metallischblaue Flecken. Die Körperfarbe ist variabel, es gibt die Tiere auch in rot, grün, hellbraun.

Einrichtung: E. ansorgii schwimmt nicht, sie hängen sie sich gerne in feinfiedrige Pflanzen, um von dort aus auf die Jagd zu gehen oder sie halten sich am Boden auf. Aus diesem Grunde sollte der Boden aus feinkörnigem Sand bestehen und es sollte einige Pflanzen( Javamoos, Anubias spp., Ceratophyllum demersum, Najas) geben, die ihnen Klettermöglichkeiten bieten. Außer mit Pflanzen kann das Becken mit Wurzelholz und Steinen gestaltet werden. Der bevorzugte Aufenthaltsort der Fische ist der mittlere und untere Beckenbereich. Diese Art ist ein reiner Süßwasserbewohner und braucht für die Haltung im Aquarium keinen Salzzusatz. Allerdings kommen die E. ansorgii mit leicht aufgesalzenem Wasser besser zurecht kommen als mit reinem Süsswasser Aus diesem Grunde gebe ich beim Wasserwechsel immer 1 gehäuften Tl. Meersalz auf einen Eimer Wechselwasser. Die Nadeln danken es mit tollen Farben, Agilität und guter Gesundheit.

Futter: E. ansorgii fressen ausschliesslich Lebenfutter. Dazu gehören Artemien und Artemien-Nauplien, weiße Mückenlarven, Daphnien, Cyclops, Babyguppies, Kleingarnelen. In der Natur ernähren sich viele Nadeln von Garnelen und deren Larvenstadien. Man konnte schon beobachten, das die Nadeln unter den Hinterkörper Eiertragender Garnelen-Weibchen abtauchen um dann bitzschnell einen Teil der Eier zu stehlen und zu fressen. Süßwassernadeln sind sehr wählerisch und nehmen häufig selbst lebende Futtertiere, die sie nicht kennen, nicht in den Mund. Es ist unglaublich, welche Mengen diese schlanken Wesen vertielgen können. Wer sich mit dem Gedanken trägt, die Tiere gar zu vermehren, muss sie förmlich im Futter stehen lassen. Die Tiere haben eine ungewöhnliche Art der Nahrungsaufnahme: Beutetiere werden nicht geschnappt (zustoßen), sondern mit dem umgebenen Wasser ins Maul gesogen. Bei der Nahrungsaufnahme nehmen die Tiere häufig eine ungewöhliche Haltung ein. Wenn sie erst einmal ein Futtertier erspät haben, können sie mit unter mehrere Sekunden lang senkrecht mit dem Kopf nach unten abwarten, bis das Futtertier ideal positioniert ist. >> Die Tiere sollten ständig im Futter stehen, da sie sonst Gefahr laufen, zu verhungern.

Sozialverhalten: E.ansorgii sind sehr gesellig. Sie benötigen Artgenossen, um das arttypische Verhalten zu zeigen. Im allgemeinen sollten mindestens fünf Tiere dieser Art zusammen in einem Artenbecken gepflegt werden. Die Größenangabe liesse vermuten, daß die Tiere ein großes Becken benötigen. Dem ist aber nicht so. Trotz ihrer 15 cm sind die Tiere sehr winzig. Ausserdem sind sie nicht gerade Bewegungsjunkies. Die meiste Zeit des Tages sitzen oder liegen sie faul in der Gegend herum. (Dies ist keine Aufforderung die Tiere in einer "Wasserpfütze" zu halten!). Bei der Nahrungsaufnahme geraten sie in Wallung. Ein zu großes Becken würde zu Problemen führen, da sie nicht aktiv jagen, sondern nur auf Futter reagieren, welches ihnen direkt vor die Nase schwimmt. Da sie einen sehr kurzen Verdauungstrakt besitzen, benötigen sie ständig kleines Futter. Um die nötige Dichte zu erreichen, ist ein kleineres Becken zu bevorzugen.

Nachzucht: Der Verwandte der Seewassernadeln und Seepferdchen vermehrt sich wie sie dadurch, daß die Eier in einer Bauchtasche des Männchens ausgebrütet werden, aus der erst die fertig entwickelten Jungfische entlassen werden. Die Fortpflanzung findet meistens in der Dämmerung statt. E. ansorgii umschlingt die Geschlechtspartner während der Laichphase mit den Schwänzen und das Weibchen übergibt dabei die Eier an das Männchen. Die Männchen erbüten die Eier in einer Bauchfalte verschlossenen Tasche im hinteren Bereichh des Bauches. Die Eierzahl schwankt zwischen 20-60 Eier. Natürlich spiegelt sich die Differnz auch in der Größe der Jungen wider. So wird man weniger Probleme haben, Jungtiere aus größeren, aber wenigern Eier aufzuziehen. Die Tragezeit beträgt ca. 3 Wochen. Diese Nadelart stellt den eigenen Babys nicht nach, auch die Artgenossen stellen dem Nachwuchs nicht nach! Die Aufzucht der Babynadeln ist sehr aufwendig. Die Jungen benötigen die ersten 2-3 Wochen eine große Menge an Infusiorien und beginnen danach frisch geschlüpfte Artemienauplien zu fressen.

Bemerkung: Seenadeln fressen nur Lebendfutter, jegliche Versuche mit Frostfutter schlugen fehl. Eine Haltung im Artenbecken ist empfehlenswert.

Bücher: Amazonas Zeitschrift Heft Nr. 5 Mai/Juni 2006
nadelnzeitschrift
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