Unsere Schrecken

Extatosoma tiaratum

Mac Leay, 1826
PSG-Nummer: 9


Vorkommen: Australien, Baum- und Strauchvegetation

Haltung:
Temperatur: 22-26°C .
Luftfeuchtigkeit: 60-70%.
Terrarien mindest Größe lxbxh: 30x30x60cm.
Gruppenhaltung ist möglich.
Bodengrund: Das Substrat sollte Feuchtigkeit speichern, ideal ist Humus.
Einrichtung: Die Einrichtung besteht aus den Futterpflanzen die einfach ins Terrarium gestellt werden, diese sollten etwa wöchentlich gewechselt werden. Für eine gute Durchlüftung sorgen.

Aussehen:
Männchen:
Die schlankeren Männchen bleiben mit ca. 10 Zentimeter Länge deutlich kleiner. Sie sind graubraun oder rotbraun. Sie sind im Gegensatz zu den Weibchen flugfähig. Die Hinterflügel reichen bis zum Abdomenende.

Weibchen:
Die bis zu 15 cm großen Weibchen sind meist gelblich braun, seltener rotbraun oder grünlich gefärbt. Der Körper ist mit zahlreichen kleinen Dornen übersät. Die Vorder- und Hinterflügel sind zu kurzen Schuppen zurückgebildet. Bei Bedrohung versuchen die Weibchen, den Freßfeind mit ihren Hinterbeinen zu verletzen.

Nymphen:
Die frisch geschlüpften Nymphen sind sehr agil und betreiben einige Tage eine Ameisen-Mimikry. Ihr schwarzer Körper mit dem weißen Halsband und dem leuchtend roten Kopf erinnert an eine wehrhaft Ameisenart in Australien. Schon ab der 2. Häutung läßt sich das Geschlecht bestimmen: die Weibchen tragen auf der Oberseite der ersten 3 Abdominalsegmente kleine Dornen, die bei den Männchen fehlen.

E. tiaratum gehört zu den bekanntesten Gespenstschrecken.
Die Nymphen und adulten Weibchen tragen das Abdomen meist skorpionsartig über dem Rücken eingerollt.

Futter: Guavenblättern (Psidium),
Rosengewächse wie Blätter von Brombeere, Himbeere, Johannisbeere, Rose, Wildrose,
aber auch Blätter von Eichen, Buchen, Haselnuß, Eukalyptus,
Nicht alle Tiere fressen alles gleich gern, man sollte daher ein wenig experimentieren und abwechslungsreich füttern.

Schrecken die man an Echsen usw. verfüttern will, sollte man nicht mit giftigen Pflanzen wie z.B. Efeu, Flieder, Goldregen, Kirschlorbeer und Holunder füttern.

Sozialverhalten: Gruppenhaltung möglich. Die Australische Gespenstschrecken wandeln zur Fortbewegung nur gemächlich umher. Vorwiegend bewegen sie sich in der Nacht fort und verharren tagsüber am gleichen Ort. Zudem schaukeln sie bei der Fortbewegung hin und her, um dadurch vom Wind bewegte Pflanzenteile nachzuahmen. Der gleiche Schaukeleffekt tritt auf, wenn sich in der näheren Umgebung der Gespenstschrecken Pflanzenteile oder Tiere bewegen. Zusätzlich zum Aussehen tarnen sich die Gespenstschrecken auch hierdurch vor ihren Fressfeinden. Ausgewachsene männliche Tiere sind zudem in der Lage zu fliegen.

Nachzucht: Die Art vermehrt sich sowohl geschlechtlich als auch durch Parthenogenese. Die Eier werden von den Weibchen aus dem Abdomen geschleudert und landen auf dem Boden. Die Entwicklungsdauer der Eier dauert ca. 5 bis 6 Monate und die der Nymphen ca. 4 bis 6 Monate. Während der Entwicklung häuten sich die Tiere fünf- (Männchen) bzw. sechsmal (Weibchen). Australische Feuerameisen der Gattung Leptomyrmex sammeln diese Eier, die wie Pflanzensamen aussehen, ein und transportieren sie in ihre Speicherkammern in das Ameisennest. Die Schale ist für die Ameisen nicht zu knacken, da sie zu dick ist. Durch das Klima in diesen Bauten können sich die Nymphen entwickeln und schlüpfen dort aus. In den ersten zwei bis drei Tagen sehen sie optisch den Feuerameisen sehr ähnlich. D. h., ihr Körper ist schwarz und der Kopf rot. So gelingt es ihnen unversehrt aus den Bauten zu entkommen. Die Jungtiere laufen einige Tage in schnellem Tempo herum, bevor sie auf einer geeigneten Nahrungspflanze zur Ruhe kommen.

Lebenserwartung: Ausgewachsene Weibchen leben bis zu einem Jahr lang, Männchen erreichen ein Lebensalter von 3 - 5 Monaten.