Schrecken

Neolamprologus similis

Büscher 1992


Vorkommen:Afrika, Tanganjikasee, seeweit

Biotop: Der Lebensraum von N. similis sind Sand- und Schlammböden mit seinen zahlreichen Schneckenhäusern.
Im See liegt die Gesamthärte bei 10-12° dGH und die Karbonathärte deutlich darüber, zwischen 15 und 18° dKH. Der pH-Wert sollte deutlich über 7, eher bei 8 oder etwas darüber liegen. Die Temperatur kann zwischen 23 und 28 °C liegen

Größe: M: bis 4,5 cm, W: bis 3,5 cm

Aussehen: Es handelt sich um einen recht klein bleibenden Barsch. Die kräftigen und bulligen Männchen werden bis 4 cm groß. Die Weibchen sind deutlich kleiner.
Die Tiere weisen eine hell braune Grundfärbung auf, auf den Seiten ist ein markantes Streifenmuster aus hellen und dunklen Streifen zu erkennen. Die dunklen Streifen sind breiter als die hellen. Die Streifen fangen schon im Kopfbereich an.
Im Gegensatz zu Neolamprologus multifasciatus, dessen Streifen erst nach dem Kopf anfangen und auch schmäler sind. - - > Verwechslungsgefahr.
Seine Augen leuchten in einem hellen Blau und der Flossensaum weist je nach Lichteinfall einen gelben Schimmer auf.

Einrichtung: Ab einem 60er Becken kann man diese faszinierende Tiere schon beobachten, dann sollte es aber ein Artenbecken sein. Als Bodengrund ist Sand absolute Pflicht und eine reichliche Kollektion aus Schneckenhäusern. Es müssen keine Neothauma- Schneckengehäuse aus dem Tanganjikasee sein. N. similis geben sich auch mit Weinbergschnecken zufrieden. Die Häuser sollten in kleinen Gruppen über den Bodengrund verteilt werden.Pflanzen und Steine können als Reviergrenze eingebracht werden, allerdings sollte auf Steinaufbauten verzichtet werden. Als Steine sind Kalksteine bestens geeignet, da diese eine aufhärtende Wirkung haben. Bei der Beckengestaltung sollte man sich keine große Mühe mit der optischen Gestaltung geben, den N. similis hat meist sehr eigene Vorstellungen davon, wie ein optimales Revier für einen N. similis auszusehen hat.

Futter: In der Natur fressen N. similis eine breite Palette an kleinen Wirbellosen. Dazu gehören Hüpferlinge, Mückenlarven, kleine Garnelen und Muschelkrebse. Es werden aber auch alle üblichen Futtersorten aus dem Handel gefressen Flockenfutter, Frostfutter, Lebendfutter.

Sozialverhalten: Eine Eigenheit der Tier ist es, ihre Schneckenhäuser auf den Bodengrund zu legen. Spätestens zur Leichzeit fängt N. similis an, das Schneckenhaus in für ihn geeignete Lage zu bringen. Dazu nimmt er ein Maul voll Sand, trägt es an den Rand seines Reviers und spuckt ihn da wieder aus. Dies geschieht so lange, bis der Untergrund aus dem Bereich der Gehäusespitze entfernt ist, dass es schließlich im Untergrund versinkt und sein Revier von einem hohen Sandwall umgeben ist. Auch Steine werden unterwühlt --> daher keine Steinaufbauten! Beschädigte Schneckenhäuser werden entweder mit Sand verschüttet oder durch Zerrbewegungen zur Seite geschafft.
N. similis sollte um sein interessantes Verhalten zeigen zu können, immer zu mehreren Tieren gehalten werden. Ein Männchen wacht über mehrere Weibchen. Die Weibchen stehen meist vor dem Eingang ihrer Schneckenhäuser oder sind mit der Entsorgung von Sandresten beschäftigt. Die Männchen stehen meist über ihrem Revier und halten Ausschau nach Konkurrenten oder sind auch mit der Sandentsorgung beschäftigt.
Wenn Buntbarsche miteinander kämpfen, so hängt dies fast immer eng mit ihrem Revierverhalten und ihrer Fortpflanzung zusammen. Grenzstreitigkeiten treten oft dort auf, wo sich zwei Reviere berühren.
Die Kämpfe bestehen meist nur aus Drohgebärden, dazu stellen sich die Tiere mit dem Kopf nach unten ins Wasser und drohen den Konkurrenten mit abgespreizten Kiemen und weit geöffnetem Maul. Häufig wird der Körper dabei seitlich gebogen, so das die Tiere wie ein Komma aussehen.
Trotz der Kämpf der Männchen geht es sehr gesellig zu in der Kolonie. Weibchen und Jungtiere können zwischen den Streithähnen unbehelligt hindurch schwimmen und werden nicht zu Kenntnis genommen.
Nähert sich ein anderes Tier dem Revier sind alle Streitigkeiten vergessen. Alle Tiere helfen bei der Verteidigung der Kolonie Die größten und stärksten Tiere bilden eine Abwehrlinie. Bei deutlich größeren Tieren ergreifen alle die Flucht in ihre Schneckenhäuser. Jeder N. similis beansprucht ein eigenes Schneckenhaus. Die Jungtiere bleiben in der Kolonie und helfen bei der Aufzucht des weiteren Nachwuchses. Ein Teil des Nachwuchses wandert an den Rand der Kolonie, wo sie in Ermangelung von Scheckenhäusern auch mal Felsspalten beziehen.

Nachzucht: Äußerlich sind die Geschlechter schwer zu unterscheiden. Die Männchen sind ausgewachsen größer als die Weibchen.
Abgelaicht wird im Schneckenhaus des Weibchens, zur Besamung des Geleges geht das Männchen ebenfalls mit hinein. Die engen Verhältnisse in den Schneckenhäusern mit stagnierendem Wasser lassen wahrscheinlich den Sauerstoffgehalt im Innern sinken. Durch intensives Fächeln mit den Brustflossen vor einem Schneckenhaus sowie Ein- und Rückwärtsschwimmen erzeugt das brutpflegende Tier einen Wasserstrom zur ausreichenden Sauerstoffversorgung. Nach ca. 12 Tagen sind die ersten Jungtiere am Eingang zu sehen. Praktisch vom ersten Tag des Freischwimmens an fressen junge N. similis Artemia- Nauplien, die sie durch blitzschnelles Hervorschießen aus ihrem Gehäuse beim Vorüberdriften schnappen. Die Jungtiere teilen sich nach einiger Zeit auf und finden sowohl beim Vater als auch bei der Mutter Unterschlupf. Die Weibchen dulden Jungfische nicht mehr in ihrem Schneckenhaus wenn ein neues Gelege unterwegs ist, beim Vater werden sie noch weiterhin geduldet. Es konnte auch beobachtet werden , dass nahe liegende , leere Schneckenhäuser für die Jungfische hergerichtet wurde. Dabei versenken die Eltern leere Schneckenhäuser im Sand und der Eingang wurde so mit Sand verkleinert, dass nur noch Jungfische hinein konnten. In der Regel besteht ein Gelege aus 10 Tieren.

Bemerkung: N. similis ist im Handel selten erhältlich.

Bücher: Amazonas Zeitschrift Heft Nr. 12 Juli/August 2007
similiszeitschrift
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